„Worpswede, Worpswede. Du liegst mir immer im Sinn.“ Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler und das Künstlerdorf Worpswede

Im Jahr 1889 ließen sich die ersten Maler in einem bis dahin kaum bekannten Moordorf am Rande Bremens nieder. Damit stellten sie sich in der Riege der Freilichtmaler auf, die schon mit der Schule von Barbizon ein neues Kapitel der europäischen Kunstgeschichte schrieb. Inmitten einer herben bäuerlichen Landschaft mit ihren Torfbauern, entstand ein Refugium der Kunst und Freigeistigkeit. Die Worpsweder Maler feierten 1895 mit ihren Bildern einen Sensationserfolg. Das hatte Folgen: Innerhalb weniger Jahre etablierte sich der Ort zu einem der bekanntesten Künstlerdörfer. Die junge Paula Modersohn-Becker machte in Worpswede Station, verließ hier mit ihrer unkonventionellen Malweise das Genre der Landschaftsmalerei und avancierte zu einer bedeutenden, frühen Pionierin der klassischen Moderne. Auch der junge Schriftsteller Rainer Maria Rilke erwies dem Barkenhoff seine Referenz, den Heinrich Vogeler zu einer „Insel des Schönen“ formte. Die Gruppe zerbrach nach wenigen Jahren und der Erste Weltkrieg schuf Zäsuren. Der einst gefeierte Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler wandelte sich zum Sozialutopisten und formte den Barkenhoff zu einer Kommune der Lebensreform. Visionen, Spannungen, Scheitern und Neuanfänge begleiteten die Geschichte der Künstlergemeinschaft, deren Ideale sich immer wieder neu an der Wirklichkeit rieben. Der Vortrag führt ein in die wechselvolle Kunstund Zeitgeschichte des heute international bekannten Ortes.

Details

Start:
8. November 2019, 15:00 o'clock
Location:
Faraday-Hörsaal im Faradaybau
Address:
Weimarer Straße 32
98693 Ilmenau
Germany