Beide Einrichtungen starten ein gemeinsames Forschungsprojekt, in dem die Sicherheit und Genauigkeit medizintechnischer Messgeräte erhöht werden soll.

Im Projekt „LearningProducts – Maschinenlernstrategien für intelligente Produkte in der Medizintechnik“ entwickeln die Forscher innovative Methoden zum Einbau von „Intelligenz“ in medizintechnische Geräte. An dem Projekt beteiligt sind die drei Fachgebiete der TU Ilmenau Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme, Biomedizinische Technik sowie Datenbanken und Informationssysteme, außerdem die Computer Vision-Gruppe der Universität Jena.

Thüringen gilt als Hochburg für Medizintechnik. Zahlreiche Unternehmen entwickeln, produzieren und vertreiben hier innovative medizintechnische Messgeräte, so zum Beispiel Mikroskope, Kameras für die Augenheilkunde, Tomographen, Elektroenzephalographen und Ultraschallgeräte. In der fortschreitenden Digitalisierung sieht der Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, Professor Kai-Uwe Sattler, für die medizintechnischen Unternehmen große Chancen: „Dank der heute verfügbaren hohen Rechen-, Speicher- und Netzwerkkapazitäten können Produkte vernetzt und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Unser Projekt eröffnet Thüringer Unternehmen in der Medizintechnikbranche enorme wirtschaftliche Chancen.“

Im Forschungsprojekt „LearningProducts“ sollen innovative Methoden für intelligente Vorschlags- und Entscheidungssysteme entwickelt werden, die die Bedienung medizintechnischer Geräte und die Auswertung ihrer Messergebnisse unterstützen und überwachen. „Das Erklären der Ergebnisse einer Maschine ist ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg“, weiß Professor Joachim Denzler von der Computer Vision-Gruppe der Uni Jena. „So können Entscheidungen nachvollzogen, aber auch im Fehlerfall durch den Menschen korrigiert werden, womit die Akzeptanz solcher Systeme steigen wird.“ Diese eingebaute „Intelligenz“ soll die Anwendung der Geräte erleichtern, Bedienungsfehler vermeiden und die korrekte Analyse der Messdaten sicherstellen und vereinfachen. Dabei sind die Einsatzgebiete überaus vielfältig: von der Auswertung von Mikroskop-Aufnahmen über die Hirnstrommessungen bis zur Einstellung von Tomographen.

Zugleich möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Forschungsarbeiten die Sicherheit gespeicherter Daten maximieren. Da in der Medizintechnik sehr sensible menschliche Daten erfasst werden, unterliegt die Entwicklung medizinischer Produkte besonders hohen Standards bezüglich Datenschutz und Datensicherheit.

Das Forschungsprojekt „LearningProducts“ wird vom Bundesland Thüringen im Rahmen des Programms „ProDigital“ mit 1,35 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln für fünf Jahre gefördert.

Foto: iStockphoto/simonkr

Weitere Informationen unter der TU-Pressemitteilung vom 24.09.2019

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Ansprechpartnerin

Monika Schoß

Alumnibeauftragte TU Ilmenau

monika.schoss@tu-ilmenau.de